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akute Frakturversorgung


Durch uns werden alle Arten von Frakturen des Schultergelenkes und der benachbarten Knochen versorgt. Die Behandlungsverfahren reichen von schonenden, minimal invasiven Aufrichtungen udurch intramedulläre Drähte (Kapandji-Technik) oder percutaner (über die Haut durch "mini Schnitte") Aufrichtung und Stabilisierung mit Schrauben. Je nach Frakturtyp kommen auch  winkelstabile Plattenosteosynthesen sowie  unterschiedlichen Spezial-Schulterprothesen über offenen Operationen zum Einsatz. Desweiteren behandeln wir auch Patienten die der operativen Korrektur von Folgezuständen nach fehlgeschlagenen Osteosynthesen und Frakturprothesen bedürfen.

Abb. 1: Beispiel einer charakteristischen Oberarmkopffraktur, die im älteren Lebensalter insbesondere bei Osteoporose,auftritt. Hier wurde minimal-invasiv mit der intramedullären Drahtosteosynthese nach Kapandji operativ versorgt. Hierfür muss der empfindliche Frakturbereich nicht eröffnet werden. Die Blutversorgung des Knochens und die Gleitschichten werden maximal geschont, da die Fraktur von unten über ein ca. 2 cm großes Bohrloch in Mitte des Oberarmknochens mit vorgebogenen Drähten unter Röntgenkontrolle erreicht, eingerichtet und fixiert wird.

Frakturversorgung des Schultergürtels

Oberarmkopffraktur
Die am häufigsten auftretende Fraktur (Knochenbruch) am Schultergürtel ist die Oberarmkopffraktur. Das Vorkommen dieser Fraktur ist mit dem Alter und dem Grad der Osteoporose vergesellschaftet und betrifft daher durchschnittlich 2-3 mal häufiger Frauen als Männer. In Abhängigkeit von der Anzahl der beim Oberarmkopfbruch entstandenen Fragmente, des Ausmaßes der Verschiebung und der Höhe des Frakturverlaufs wird die Verletzung in unterschiedliche Typen eingeteilt und unterschiedliche Verfahren zur Behandlung angewandt.

Man unterscheidet nach Neer 2-Fragment-Frakturen mit / ohne Abriss des großen Rollhügels (Tuberkulum majus) oder des kleinen Rollhügels (Tuberkulum minus) sowie 3-4-Fragment-Frakturen, je nach Anzahl der verschobenen Anteile, an denen auch Sehnen der Rotatorenmanschette hängen. Häufig gibt es Frakturen, die im Hals verlaufen, oft in Kombinationen mit einer Trümmerzone. Die schlechteste Prognose haben stark verschobene Frakturen die zusätzlich eine Durchtrennung im anatomischen Hals aufweisen.
Sehr ungünstig verlaufen auch unbehandelte vordere oder hintere Luxationsfrakturen (Ausrenkung des Schultergelenkes mit begleitendem Knochenbruch). Nach der Schultergelenksreposition (erneute Einrenkung) bedarf es dann meistens einer Fixierung der Fragmente.
Bei Trümmerfrakturen der Gelenkfläche des Oberarmkopfes (sog. „Head-Split“- und Impressionsfrakturen) ist bei älteren Patienten meistens ein Gelenkersatz erforderlich.

Abb. 2: Oberarmkopf-Trümmerbrüche in der 3-D-CT-Rekonstruktion: Diese konnten nur noch mit einer Schulter-Endoprothese behandelt werden. Ein Gelenk erhaltendes Vorgehen ist hier nicht mehr sinnvoll.

Behandlungsziel

Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung eines weitgehend schmerzfreien, für den täglichen Gebrauch ausreichenden aktiven Bewegungsumfanges des Schultergelenkes in Abhängigkeit vom Alter und Funktionsanspruch des Patienten. So ist das Behandlungskonzept individuell den Ansprüchen des Patienten anzupassen.

Behandlungsprinzipien

Die Mehrzahl (60-70%) der Oberarmkopffrakturen sind wenig verschobene Frakturen. Diese werden meist konservativ behandelt. Da dieser Frakturtyp durch die Knochenhaut, die Gelenkkapsel und die Muskulatur "geschient" wird, reicht eine Ruhigstellung im Verband für 1-2 Wochen bis zum Nachlassen der Schmerzen aus. Wichtig ist eine frühe Übungsbehandlung um ein Einsteifen des Schultergelenkes zu verhindern. Nach etwa 6 bis 8 Wochen ist der Knochenbruch meist wieder fest durchbaut.
Komplizierte Frakturtypen sowie die Trümmerfrakturen zwingen jedoch durch die starke Fehlstellung und der damit verbundenen Bewegungseinschränkung und Schmerzen zur möglichst anatomischen Wiederherstellung des Oberarmkopfes durch eine Operation. Hierbei werden unterschiedliche Materialien zur Stabilisierung des Knochenbruches in Abhängigkeit vom Frakturtyp verwendet. So kann eine Fraktur entweder mittels Drähten, Schrauben oder Platten stabilisiert werden. Wegen der schlechten Knochenqualität insbesondere bei älteren Frauen mit Osteoporose ist eine stabile Fixierung schwierig. Voluminöse Implantate (wie z.B. Platten), die über größere, offene Zugänge eingebracht werden müssen, haben den Nachteil einer Verklebung der Gleitschichten und starken Narbenbildung mit Einsteifung. Leider gelingt es zudem oft nicht, die knöchernen Ansätze der Rotatorenmanschette anatomisch zusammenzufügen und zur Einheilung zu bringen.
Ist durch die Schwere der Verletzung keine das Gelenk erhaltende Operation möglich oder sind die versorgenden Gefäße des Oberarmkopfes bereits zerrissen, so dass die Wahrscheinlichkeit des Absterbens des Oberarmkopfes sehr hoch ist, besteht die Möglichkeit des Oberarmkopfersatzes durch eine Prothese (künstlicher Gelenkersatz). In den letzten Jahren wurden spezielle Frakturprothesen entwickelt.

Abb. 3: Röntgenbild nach Versorgung mit spezieller Fraktur-Hemiprothese bei einem frischen Bruch in mehrere Stücke und zerstörter Blutversorgung des Oberarmkopfes bei einer 85-jährigen Patientin

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