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Infektionen

Infektionen des Schultergelenkes können fortgeleitet über den Blutkreislauf von offenen Wunden, vereiterten Zähnen, der Gallenblase oder den Harnwegen entstehen. Weitere Möglichkeiten bestehen nach Injektionen, nach Operationen und bei eingebrachten Kunstgelenken.
Die Behandlung von akuten und chronischen Infektionen des Knochens und der Gelenke ist nahezu immer chirurgisch durchzuführen, da die Gabe von Antibiotika allein meist nicht erfolgreich ist. Die frühzeitige und genaue Erfassung des Krankheitserregers und der auf ihn wirksamen Antibiotika (Antibiogramm) ist von besonderer Wichtigkeit.

Das Ziel der Behandlung besteht zunächst in Ausheilung der Infektion und im Erhalt der Gelenkfunktion.

Bei akuten Infektionen sollte möglichst frühzeitig eine arthroskopische oder offene Spülung, unterstützt durch gezielte Antibiotikagabe durchgeführt werden.

Bei chronischen Infektionen ist oft schon der Knochen und die umgebenden Weichteile befallen, so dass das abgestorbene Gewebe oder auch die vorher eingebrachte Endoprothese entfernt werden müssen („Debridement“) und ein Platzhalter aus porösem Kunststoff mit einer hohen Antibiotika¬konzentration als vorüberghender Gelenkersatz eingebracht werden muss („artikulierender Spacer“).


Abb. 1: Röntgenbilder und intraoperativer Befund eines artikulierenden Spacers am Schultergelenk nach Subluxation der auswärtig eingebrachten Schulterprothese, Infektion und Zerstörung der Pfanne bei einer Patienten mit rheumatoider Arthritis. Die Pfanne wurde mit körpereigenenem Knochen vom Becken aufgebaut und die Infektion mit dem Platzhalter, in dem sich eine hohe lokale Antibiotikamenge befand, ausgeheilt. In zweiter Sitzung wurde eine inverse Schulterprothese eingebaut.
(aus Rolf, Stehle, Gohlke (2007): Behandlung von Schultergelenkinfektionen und periprothetischen Schulterinfekten – spezielle Probleme bei der Rheumatoiden Arthritis. Orthopäde).

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