suchen

Arthroskopische Ausräumung von Kalkdepots

Die Sehnenverkalkung ( = Tendinosis calcarea ) wird definiert als Kalkeinlagerung in die Sehnen der Rotatorenmanschette. Am häufigsten ist davon die Supraspinatussehne betroffen. Die Erkrankung tritt häufig im 4. und 5. Lebensjahrzehnt auf und betrifft vorwiegend Frauen. Typischerweise finden sich wechselnde Phasen vollkommener Schmerzfreiheit und hochakuter Schmerzhaftigkeit, die durch wiederholte Versuche des Organismus zur Auflösung dieser Kalkdepots bedingt sind.

Behandlungsziel

Ziel der konservativen Behandlung (z.B. Injektionsbehandlung, lokale Umflutung, Stioßßwelenbehandlung, Physiotherapie) ist die Schmerzlinderung. Ist das mit Hilfe dieser Maßnahmen nicht zu erreichen, ist die operative Entfernung des Kalkdepots zu empfehlen.

Operationstechnik

Die operative Entfernung des Kalkdepots erfolgt bevorzugt endoskopisch (geschlossen). Zunächst wird bei der Spiegelung des Subakromialraumes das Kalkdepot lokalisiert, indem man mit einer Nadelspitze die Rotatorenmanschette "abtastet", bis sich in der Nadelspitze Kalk befindet. In diesem Bereich wird die Sehne mit einem Skalpell in Faserrichtung eingeschnitten. Hierbei kommt es bereits zu einer Entleerung des Kalkdepots. Mit einem scharfen Löffel und motorbetriebenen Instrumenten wird der sichtbare Kalk entfernt / ausgeräumt. Im Bereich des Klkdepots entsteht meist ein Defekt. Je nach Grösse ist es oft erforderlich diesen zu Nähen, damit an dieser Stelle keine Schwachstelle ensteht die zu späteren Rissen in der Sehne führen kann. Die Naht der Sehnen erfolgt arthroskopisch durch eine spezielle Nachtechnik die von Dr. Georgousis entwickelt wurde.  In Abhängigkeit vom Röntgenbild, von den Beschwerden und vom intraoperativen Befund muss ggf. (deutliche Enge des Subakromialraumes) eine zusätzliche arthoskopische subakromiale Dekompression (ASD) durchgeführt werden.

 Abb. 1: Kalkdepots an den Sehnenansätzen des Oberarmkopfes vor der Operation

Nachbehandlung

Ab dem ersten Tag nach der Operation darf der Arm im schmerzfreien Bereich unter physiotherapeutischer Anleitung bewegt werden. Dies ist auch notwendig um Verklebungen und Verwachsungen vorzubeugen.
Die Rückkehr an den Arbeitsplatz ist nach 3-4 Wochen möglich. Bei Patienten mit schwerer körperlicher Arbeit oder vorwiegend Überkopfarbeit verlängert sich die Rehabilitationsphase auf ca. 6 Wochen. Der Zeitpunkt der Wiederaufnahme der individuellen Sportart sollte unter Berücksichtigung der spezifischen Belastung für den Schultergürtel festgelegt werden.

Wissenschaftliche Aktivitäten

Kongresse